Dies Menschsein ist ein Gästehaus

Dies Menschsein ist ein Gästehaus.

An jedem Morgen eine neue Ankunft.

Eine Freude, eine Melancholie, eine Niedertracht,

ein kurzes Gewahrsein

kommen als unerwarteter Besuch.

Heiß sie willkommen und nimm alle auf!

 

Und seien sie auch eine Horde von Sorgen,

die mit Gewalt das Haus durchfegen

der Einrichtung berauben,

auch dann, geh redlich mit jedem Gast um.

Vielleicht räumt er dich frei

für eine Wonne.

 

 

Den dunklen Gedanken, die Scham, die Tücke,

begrüße sie an der Türe, lachend,

und bitte sie herein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,

weil jeder geschickt ist

als ein Wegweiser von jenseits.

 

Rumi

 

Annehmen was ist. Auch wenn es im Moment ganz unannehmbar erscheint? Auch Melancholie und Niedertracht willkommen heissen. Eine wahrlich schwierige Übung. Rückblickend kann ich immer wieder feststellen, dass Vieles „als ein Wegweiser von jenseits“ geschickt wurde. Bei dem Schönem und Gutem fällt mir das so viel leichter, das Menschsein als Gästehaus zu betrachten.

Wie geht es Euch mit diesem Gedicht?

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